Recruiting Update 2. HJ 2026
- Julian Maly
- 12. Juli
- 8 Min. Lesezeit
Das erste Halbjahr 2026 hat einen Markt gezeigt, der sich jeder einfachen Erzählung verweigert: Krise und Knappheit, Bewerbungsflut und leere Shortlists, weniger Ausschreibungen bei wachsendem Bedarf an Schlüsselbesetzungen. Alles gleichzeitig. Ich versuche eine Analyse.
Arbeitsmarkt: Heterogen wie nie
Der eine Arbeitsmarkt ist ein Phantom. Es bestehen differenzierte Teilmärkte nebeneinander. Die österreichischen Juni-Zahlen bringen die Widersprüchlichkeit auf den Punkt:
plus 1,2 Prozent Arbeitslosigkeit (inkl. Schulungen) gegenüber dem Vorjahr
erstmals mehr als vier Millionen unselbstständig Beschäftigte in Österreich
Zugang an offenen Stellen plus 8,6 Prozent, Stellenbesetzungen plus 9,3 Prozent
die durchschnittliche Besetzungsdauer verkürzt sich
AMS-Chef Johannes Kopf sagt zu Recht, es werde „langsam besser“. Nur eben nicht für alle: Die Arbeitslosigkeit der Männer sinkt leicht, weil Bau und Arbeitskräfteüberlassung anziehen, die der Frauen steigt um 5,9 Prozent, weil beispielsweise der Handel schwächelt. Die Jugendarbeitslosigkeit geht zurück, bei den über 50-Jährigen legt sie um 4,7 Prozent zu, und die Langzeitarbeitslosigkeit wächst mit 22,8 Prozent in einem Tempo, das niemanden kaltlassen sollte.
Schnelle Entwarnung gibt es auch aus der Prognostik nicht: Das WIFO erwartet 0,9 Prozent Wachstum und eine Arbeitslosenquote, die erst 2027 spürbar sinkt, das IAB rechnet für Deutschland mit 0,8 Prozent, geopolitische Risiken nicht eingepreist.
37 % der Unternehmen, die Personal abbauen, können gleichzeitig offene Stellen nicht besetzen.
Die eigentlich relevanten Trends stecken ohnehin derzeit nicht in den Konjunkturprognosen, sondern in der Demografie. 2026 sinkt das deutsche Erwerbspersonenpotenzial erstmals, um rund 40.000 Personen, weil die Babyboomer schneller gehen, als junge Jahrgänge nachrücken. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung dürfte erstmals seit der Finanzkrise 2009 schrumpfen, die Industrie verliert voraussichtlich 140.000 Stellen, Zuwächse gibt es fast nur noch bei Staat, Erziehung und Gesundheit. Österreich folgt demselben Muster mit Verzögerung.
Das Paradoxon lässt sich auflösen, wenn man genauer hinsieht. Steigende Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel beschreiben unterschiedliche Segmente des Marktes. Wie tief der Graben ist, zeigt das aktuelle AMS-Spezialthema zur Bildung: 44 Prozent haben keinen über die Pflichtschule hinausgehenden Abschluss, ihre Arbeitslosenquote liegt bei 22 Prozent und hat sich seit 1995 fast verdoppelt. Hochschulabsolventen stehen bei 3,4 Prozent. Das führt uns zum nächsten Punkt: Der Skill-Gap ist mittlerweile dramatisch.
KI-Kompetenz wird Grundausstattung, Urteilsvermögen wird knapp
Erstmals seit einem Jahrzehnt verdrängt damit eine technische Fähigkeit die Kommunikation von Platz eins der weltweit meistgefragten Kompetenzen. „AI fluency“ ist spätestens im zweiten Halbjahr 2026 kein Spezialistenqualifikation und kein Unterscheidungskriterium mehr, sondern Grundausstattung, so wie einst MS Office. Die Future Skills Studie 2026 legt zudem eine Dissonanz im DACH-Raum offen: 79 Prozent der Fachkräfte halten ihre digitalen Kompetenzen für gut oder sehr gut, nur 54 Prozent der Führungskräfte teilen diese Einschätzung.
+245% Nachfrage nach KI-Skills
Der interessantere Befund: Parallel explodiert die Nachfrage nach dem, was sich nicht automatisieren lässt, emotionale Intelligenz plus 95 Prozent, Resilienz plus 42 Prozent, Leadership plus 28 Prozent.
Für Skills-based Recruiting (von dem ich ein großer Fan bin) bedeutet das: Priorisierte Fähigkeiten sind Momentaufnahmen. Was heute Muss-Kriterium ist, ist in eineinhalb Jahren Standard oder obsolet. Gesucht sind nicht nur die Personen, die das aktuelle Toolset beherrschen, sondern die mit der notwendigen Geschwindigkeit adaptieren und dabei nicht jedem Trend hinterherlaufen. Das spricht für Erfahrung, weil Urteilsvermögen auch aus durchlebten Zyklen resultiert. Womit wir beim Thema Generationen wären.
Generational Recruiting: Zwischen Verhandlungsmacht und Resignation
Kaum eine Debatte wird mit solcher Verve geführt wie die über die Jungen. Die Diagnose „Generation Feierabend“ wird der Situation jedenfalls nicht gerecht. Ja, für die Jahrgänge ab Mitte der Neunziger bedeutet Ambition nicht mehr automatisch den Aufstieg in die Chefetage, und rund 80 Prozent nennen die Balance zwischen Arbeit und Privatleben als Top-Kriterium bei der Arbeitgeberwahl.
Was seltener zitiert wird: In denselben Erhebungen stehen Gehalt und Jobsicherheit an erster Stelle, und die größte Sorge dieser Generation sind die Lebenshaltungskosten und die Schwierigkeit, sich etwas aufzubauen. Denn die gegenwärtige Realität junger Generationen ist härter, als die Rede vom Kandidatenmarkt suggeriert.
Klassische Einstiegsaufgaben werden automatisiert, bis zu 40 Prozent der Arbeitsstunden in Entry-Level-Rollen gelten als automatisierbar. Auf ausgeschriebene Junior-Positionen treffen KI-verstärkte Bewerbungsfluten. Selbst der akademische Abschluss schützt nicht mit der hohen Sicherheit wie früher: Die Arbeitslosigkeit von Akademikern stieg laut im Juni um 12,6 Prozent, so stark wie in kaum einer anderen Gruppe.
Die Folge ist oft nicht Anspruchsdenken, sondern leichte Resignation. Energie wandert dorthin, wo sie noch etwas bewirkt: ins Private, in die Freizeit, in die eigene Gesundheit.
Was als Arbeitsmoral-Problem diskutiert wird, ist oft die rationale Antwort auf ein gebrochenes Aufstiegsversprechen.
Mittelfristig schlägt trotzdem die Arithmetik zu: Jede nachrückende Kohorte ist kleiner als die ausscheidende, die Jungen verhandeln mittelfristig aus einer Position der Stärke, auch wenn es sich derzeit nicht so anfühlt. Daraus resultiert ein Employer-Branding Argument, das mit Sicherheit an Relevanz gewinnt: Was diese Generation möchte, ist ein glaubwürdiges internes Aufbauversprechen.
Entwicklungspfade mit Terminen statt vager Aussicht, echte Verantwortung früh im Berufsleben, eine Vergütung, die Vermögensaufbau realistisch macht, Feedback in kurzen Zyklen statt Jahresgespräch, und Vorgesetzte, die Menschlichkeit ins Leadership bringen. Der Mittelstand hat hier einen unterschätzten Trumpf: Nähe zur Geschäftsführung und Entscheidungswege, von denen Konzern-Einsteiger nur träumen. Wer jungen Menschen diesen Weg authentisch aufzeigt, bekommt jene Leistungsbereitschaft zurück, die angeblich verschwunden ist.
Präsenzdebatte als Recruiting-Faktor
Der deutschsprachige Raum ist pragmatischer als die US-Schlagzeilen: 65 Prozent der Unternehmen bieten hybride Modelle, nur 12 Prozent bestehen auf vollständige Bürorückkehr. Aktuellen Studien zufolge erhöhen harte Return-to-Office-Mandate die Fluktuation um 14 Prozent, mit besonderem Frust bei Beschäftigten mit Betreuungspflichten. Wer Flexibilität bietet, sollte sie konkret ausschreiben, zwei bis drei Tage remote statt "flexible Arbeitszeiten", denn im Wettbewerb um die Passenden ist das Arbeitsmodell ein Differenzierungsmerkmal, das stark wirkt.
KI-Bewerbungen ändern die Spielregeln
43 Prozent der Bewerbenden setzen derzeit bereits KI beim Erstellen ihrer Unterlagen ein, Tendenz steigend. Die nächste Stufe läuft schon: Agentische Systeme, die eigenständig Stellen suchen, Unterlagen anpassen und im Namen des Kandidaten Dutzende Bewerbungen pro Woche versenden. Was davon auf der Empfängerseite ankommt:
für 67 Prozent der Personalverantwortlichen erschweren KI-Bewerbungen die Auswahl
84 Prozent berichten von deutlich mehr Aufwand im Screening
65 Prozent können die tatsächlichen Fähigkeiten der Kandidaten kaum noch unterscheiden
Das Anschreiben, jahrzehntelang ein schwaches, aber immerhin vorhandenes Signal für Motivation und Ausdrucksvermögen, ist als Kriterium zur Vorauswahl faktisch tot. Und die naheliegende Antwort, KI-Flut mit KI-Filter zu bekämpfen, führt in eine besonders abstruse Situation:
Studien belegen einen Self-Preference-Bias, KI-Screenings stufen KI-generierte Texte tendenziell als hochwertiger ein als selbst verfasste.
Eine im Juni veröffentlichte Untersuchung fand bei identischen Kandidatenprofilen Unterschiede von bis zu 42 Prozentpunkten in der Weiterempfehlungsquote, je nachdem, mit welchem KI-Werkzeug der Lebenslauf formuliert war.
Wer die Vorauswahl vollständig automatisiert, lebt mit einem gewissen Blindflug. Der EU AI Act zieht ohnehin die Leine: Ab August 2026, mitten in diesem Halbjahr, greifen die vollen Pflichten für Hochrisiko-Systeme, und KI in der Personalauswahl ist explizit als solches eingestuft. Dokumentiertes Risikomanagement, menschliche Aufsicht mit Eingriffsbefugnis, Transparenz gegenüber Bewerbenden.
Die tragfähige Antwort bedeutet wiederum Arbeit: weg von Dokumenten, hin zum Kontakt. Strukturierte Interviews, Arbeitsproben und Business Cases, in denen sich zeigt, wie jemand denkt, nicht wie sein Sprachmodell formuliert. Referenzen aus dem relevanten Marktumfeld. Und auf Senior-Ebene das längere, persönliche Gespräch sowie das gute alte Real Life Assessment. Die Bewerbung verliert an Aussagekraft, während das Gespräch sie zurückgewinnt.
Plattform-Ökosysteme und GEO
Leiser Nebenschauplatz: Viele Plattformen versuchen, geschlossene Ökosystemen zu bauen, in denen die Bewerbung die Plattform gar nicht mehr verlassen soll. Gleichzeitig verändern KI-Suchsysteme wie Google AI Overview, wie Kandidaten überhaupt auf Arbeitgeber stoßen: Wer in den KI-Antworten nicht vorkommt, existiert für einen wachsenden Teil des Kandidatenmarktes nicht. Karriereseiten müssen deshalb nicht mehr nur SEO-, sondern GEO-sichtbar sein und die Verzahnung zwischen Marke, Creators und Employer Reputation nimmt an Wichtigkeit zu. Strategisch gilt: Wer seine Kandidatenkontakte ausschließlich auf gemieteten Plattformen aufbaut und ganz auf owned media verzichtet, begibt sich in ein Abhängigkeitsrisiko.
Entgelttransparenz: Strategie gefragt
Die Umsetzungsfrist der EU-Entgelttransparenzrichtlinie ist abgelaufen, und weder Österreich noch Deutschland hatten zum Stichtag ein fertiges Umsetzungsgesetz. Wer daraus Entwarnung ableitet, muss aufpassen: Für öffentliche Arbeitgeber entfalten zentrale Vorgaben bereits unmittelbare Wirkung, private Arbeitgeber trifft die Richtlinie über die Pflicht der Gerichte zur richtlinienkonformen Auslegung des bestehenden Rechts.
Die Substanz steht ohnehin längst fest: Einstiegsentgelt oder Gehaltsspanne vor dem ersten Gespräch, Verbot der Frage nach dem bisherigen Verdienst, Auskunftsrechte über Durchschnittsentgelte vergleichbarer Positionen, gestaffelte Berichtspflichten ab 100 Beschäftigten auf Basis der Daten des laufenden Jahres, und im Streitfall die Beweislastumkehr zulasten des Arbeitgebers.
nur 12,5 % der Stellenanzeigen in Deutschland enthalten eine Gehaltsangabe
Dabei geben 61 Prozent der Befragten an, sich eher zu bewerben, wenn das Gehalt genannt wird. Österreich schreibt seit 2011 die Angabe des kollektivvertraglichen Mindestentgelts vor, aber eine realistisch-motivierende transparente Dotierung ist – aus meiner Sicht unverständlicherweise – nach wie vor die Ausnahme. Die Logik dreht sich aber bestimmt: Wer keine konkrete Spanne nennt, verliert Kandidaten vor dem ersten Gespräch. Wer sie nennt, muss die Gehaltsarchitektur dahinter erklären können, intern wie extern. Entgelttransparenz ist keine Compliance-Übung, sie ist ein Belastungstest für die eigene Vergütungslogik und absolute Chefsache. Wer hier rasch und sinnvoll handelt, macht aus einer Pflicht einen Vorteil im Wettbewerb um Kandidaten.
Kandidatenmanagement als Kerndisziplin
Die Konsequenz aus Unverbindlichkeit und langen Entscheidungswegen: Das Halten der Kandidaten im Prozess ist in vielen Fällen die größere Aufgabe als die Suche selbst. Erfahrene Berater sprechen mit ihren Kandidaten inzwischen wöchentlich, auch ohne konkreten Anlass, weil jede Funkstille ein Einfallstor ist. Prozessführung ist kein Verwaltungsakt, sie ist zur eigentlichen Kernaufgabe geworden.
Interne Karrieremärkte
Bevor der Blick nach draußen geht, lohnt oft auch der nach innen: Inzwischen fließt in großen Unternehmen ein Drittel der Recruiting-Kapazitäten in interne Besetzung, unterstützt von internen Talentmarktplätzen und klaren Re- & Upskilling-Programmen, die Mitarbeitende mit Projekten und Rollen verbinden. Das ist vernünftig, billiger und bindet, hat aber eine eingebaute Grenze: Der interne Markt liefert keine neue Perspektive. Für Schlüsselrollen, die den Status quo infrage stellen sollen, bleibt der Impuls von außen unersetzlich.
Fractional Leadership
Führung auf Zeit ist kein Notnagel mehr, sondern ein wachsender Bedarf: Der deutsche Interim-Sektor hat sich binnen zehn Jahren auf rund 2,7 Milliarden Euro Honorarvolumen fast verdoppelt, bei Tagessätzen um durchschnittlich 1.450 Euro. Erwartet wird, dass bis 2027 mehr als 30 Prozent der mittelgroßen Unternehmen mindestens einen Fractional Executive beschäftigen.
Der Treiber ist immer derselbe: Transformationsdruck trifft auf Vakanz, und die Organisation kann nicht sechs Monate auf die perfekte Dauerbesetzung warten. Interim-Führung kauft diese Zeit, sie ersetzt aber keine Nachfolgeplanung. Wer die Brücke nicht mit einer langfristigen Lösung verbindet, verschiebt oft nur die problematische Situation nach hinten.
Headhunting bleibt Goldstandard
Aus der Praxis beobachten wir zögerliche Reaktionen auf Ansprachen, wachsende Unverbindlichkeit im Suchprozess, zu lange Prozessdauer und fehlende Entscheidungsreife. Kein Wunder: Die wenigen wirklich passenden Kandidaten für eine Schlüsselrolle werden von allen Seiten bespielt, und auf die x-te Copy-Paste-Nachricht antwortet niemand, dessen Kalender voll ist. Gleichzeitig zieht die Nachfrage nach Führungskräften mit Transformations- und KI-Verantwortung spürbar an, und selbst der lokal verwurzelte Mittelstand sucht inzwischen über Landesgrenzen hinweg, weil der regionale Pool erschöpft ist.
Neun von zehn Erwerbstätigen sind grundsätzlich wechselbereit, aber sie wechseln nur, wenn das Angebot stimmt.
Warum bewegen sich die Besten nicht von selbst? Weil sie nicht suchen. Sie sind erreichbar, aber nur für eine Ansprache mit Substanz: diskret, konkret zur Aufgabe, geführt von jemandem, der Rolle und Markt versteht und Fragen auf Augenhöhe beantworten kann. Der Hidden Job Market funktioniert in beide Richtungen: Die interessantesten Stellen werden oft nicht ausgeschrieben, die interessantesten Kandidaten bewerben sich selten. Und das Window of Opportunity ist kürzer geworden: Wer nach dem ersten guten Gespräch Wochen für die interne Abstimmung braucht, läuft Gefahr, Top-Profile unmittelbar zu verlieren.
Die systematische Direktsuche ist bei Top-Profilen allen anderen Wegen überlegen, weil sie die Logik umdreht. Eine Ausschreibung wählt aus denen aus, die zufällig gerade suchen und sich zufällig beworben haben, also aus einem kleinen, in der KI-Ära zunehmend verzerrten Ausschnitt des Marktes. Headhunting beginnt am anderen Ende: mit einer Landkarte des gesamten relevanten Marktes, aus der die am besten passenden Profile identifiziert und angesprochen werden, egal ob sie suchen oder nicht.
Der Unterschied ist nicht graduell, er ist kategorisch: Im einen Fall vergleichen Sie Bewerbungen miteinander, im anderen vergleichen Sie Ihre Shortlist mit dem Markt. Dazu kommt die Auswahlqualität. Während KI-polierte Unterlagen als Signal entwertet werden, arbeitet die Direktsuche mit dem, was sich nicht generieren lässt: nachprüfbaren Track Records, Referenzen aus dem echten Marktumfeld, strukturierten Prozessen, geführt von jemandem, der die Rolle selbst durchdrungen hat und Substanz von Rhetorik unterscheiden kann.
Ein kurzes Zeitfenster
Das derzeit tückischste Signal ist der kurzfristig abnehmende Fachkräftebedarf (binnen eines Jahres von 91 auf 83 Prozent). Der Wettbewerb um Talente wird als rückläufig wahrgenommen. Genau diese Entspannung ist aber eine Falle.
Was folgt daraus für Ihre Personalentscheidungen im zweiten Halbjahr? Die Konjunktur ist verhalten, Mitbewerber halten still. Genau darin liegt die Gelegenheit. In einzelnen Segmenten sind derzeit mehr qualifizierte Menschen gesprächsbereit als in den Boomjahren, die Konkurrenz um sie ist geringer.
Die Richtung ist zugleich eindeutig: Im Jahresverlauf werden erstmals wieder sinkende Arbeitslosenzahlen erwartet, und das Erwerbspotenzial schrumpft ab jetzt Jahr für Jahr. Wer jetzt proaktiv und antizyklisch agiert, hat den Startvorteil. Die Werkzeuge liegen auf dem Tisch: Anforderungsprofile, die auf Urteilsvermögen zielen statt auf Toolwissen, Auswahlprozesse, die Verhalten prüfen statt Dokumente, Gehaltsstrukturen, die Transparenz aushalten, und eine professionelle Ansprache mit anschließendem Auswahlprozess, der als Visitenkarte herzeigbar ist. Abwarten ist jedenfalls eine der schlechteren Optionen.
